Vom sporttreibenden Schweinehund, meinem Dauerkampf und lieb gewonnenen Freunden

Mein Kampf oder eher Krampf gegen mein Gewicht, für mein Wohlbefinden und irgendwie auch meine leichte Trübung des Selbstbildes ist schon zu einem Dauerzustand in meinem Leben geworden. Deshalb habe ich bereits diverse Trainingsprogramme und Hilfsmittel ausprobiert um mein Gewicht, hoffentlich langfristig, zu reduzieren.
Vor einigen Monaten hat mich dieser Antrieb in den nächstgelegenen MrsSporty Fitnessclub in Wismar gebracht und als Mädchenklischee affines Wesen habe ich mich beim Anblick der dezent pink gehaltenen Einrichtung gleich wohl gefühlt.

Mehr zu meinem Trainingsbeginn und den physiologischen Anfangswerten findet ihr in meinem ersten Beitrag zum MrsSporty Test.
Eine direkte Gegenüberstellung meiner Figur, wie im Voraus geplant, kann ich mir leider sparen. Warum? Leider habe ich es in 6 Monaten selbst nicht geschafft mein Äußeres zu verändern.
Zur Ursachenforschung so viel:
  • 1. und wichtigster Punkt, ich habe die immense Bedeutung einer gesunden und vor allem kalorienreduzierten Ernährung absolut unterschätzt!
  • Ich habe mich zu sehr auf die Wirkung des ca. 30 minütigen MrsSporty Trainings verlassen.
  • Mir fehlten selbst gesetzte Ziele und somit ein entsprechender Antrieb mich selbst genügend zu triezen
  • Der angebotene Ernährungsplan des Fitnessclubs war mir zu unübersichtlich und kompliziert um es im Alltag einzusetzen.
  • Und, nicht zu vergessen, mein nahezu unbändiger Heißhunger auf süße Leckereien – ich denke so heißt mein Schweinehund
Nun bin ich schlauer, doch die Problemlösung für die Zukunft ist nicht so einfach wie gedacht. Der liebe alte Schweinehund braucht einen knackigen Antrieb. Er braucht Ziele, einen Leidensdruck dem man durch weniger Kilos und das einhergehende Selbstvertrauen entkommen möchte…
In meiner aktuellen körperlichen Verfassung fühle ich mich anscheinend trotz ständiger Nörgeleien meinerseits so wohl, dass ich die für mich als hoch empfundenen Qualen eines harten Trainings und zu gesundem Essen ohne Spaßfaktor aktuell nicht ausstehen möchte.
Und das ist doch auch eine Erkenntnis: Ich bin mit meinem Körper (im Großen und Ganzen) zufrieden! 
Ich möchte mein Leben genießen, mehr Zeit meinem Blog und der Lebensplanung, dem Hausbau widmen und mit Freunden verbringen.
Denn natürlich ist mit dem 30 minütigen Training im Sportstudio der Zeitaufwand nicht abgetan. Der Weg zum Sport und zurück, die Tasche packen, umziehen, erneutes Haarstyling und Makeup nach dem Training, Dehnung nach dem Sport, Trainingswäsche waschen, …. . All das ist Zeit die ich aktuell gern anderweitig investiere und mir (versuche) dafür das ein oder andere Stück Schokolade zu verkneifen.
Und da wären wir schon beim Thema. Bei den monatlichen Trainergesprächen mit Steven wurde nicht nur die körperliche Verfassung mit Hilfe einer Körperanalysewaage erfasst, sondern auch über Lebens- und Essgewohnheiten gesprochen. 

Mein „ich bin wohl etwas zu zufrieden mit mir“-Schweinehund hat sich nicht von den allabendlichen Süßigkeiten verabschieden können.
Die Quittung habe ich somit regelmäßig vom System schwarz auf weiß erhalten. 
Detailliert habe ich Einblicke in den Körperfettanteil, die Muskelverteilung und mein biologisches Alter erhalten. Zum Glück sehe ich noch nicht so alt aus!!!
Doch der Denkanstoß kam an!
Wenn ich an die Trainingszeit im MrsSportyclub denke, sehe ich schöne Erinnerungen. Ein nettes Team, liebe Frauen aller Altersschichten die gemeinsam schwitzen und auch lachen, eine gute gesundheitliche Betreuung mit häufiger Pulsmessung und vielen Trainingstipps. Durch die an das Training anschließenden Dehnungsübungen (wie oben mit Anna zu sehen) haben sich die Muskelkater an den Folgetagen trotz intensivem Training in der Regel um Rahmen gehalten. Für mich trotz mehrfacher Mitgliedschaften in anderen Fitnesseinrichtungen eine positive Überraschung und erschreckend zugleich was ich bislang in anderen Clubs für eine schlechte Betreuung und fehlende Beratung hinnehmen musste.

Leckere Rezeptidee, zur Verfügung stehende Getränke, Monatsspiele zu verschiedenen Themen und zum Ansporn der Teilnehmerinnen zum regelmäßigen Training und sporadische Themenabende, Feiern und auch Rabattaktionen sorgen für ein rundes Rahmenprogramm zur sportlichen Betätigung.

Das Training an sich ist trotz des immer gleich bleibenden Zirkeltrainings relativ abwechslungsreich. Gewechselt wird jede Minute an ein anderes Gerät. Das hat Vor- und Nachteile. Ich selbst übertreibe es wohl oft und möchte mich an jedem Gerät gern an mein Limit herantasten. Einige Geräte haben mich in einer Minute nicht an meine Grenzen treiben können, auch wenn ich eine sehr hohe Wiederholungsfrequenz erreicht habe. Wichtig ist diese Schnelligkeit um Gegendruck zu erzeugen, denn die Geräte müssen nicht auf die individuelle Kraftleistung eines jeden eingestellt werden, sondern du selbst kannst die Intensität durch eine Anzahl der Wiederholungen steigern.

Besonders gut haben mir die immer wechselnden Übungen auf Joggingplate, Steppbrett und Balanceboard gefallen, teils auch in Kombination mit der Flexibar (Schwungstab). Die Übungen waren immer sehr komplex und haben mich gefordert, konnten aber je nach Leistungsfähigkeit auch abgewandelt und abgeschwächt werden. Ein tolles System.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich enorm auf Abwechslung stehe. Am Liebsten könnte ich in jeder Trainingseinheit eine neue Sportart ausprobieren um nie eine Routine aufkommen zu lassen. Wenn ihr ebenso tickt wie ich, sind Fitnessstudios wohl nicht eure erste Wahl. Ich für meinen Teil starte immer mit einer riesen Portion Elan in die Trainingseinheiten und bin von Termin zu Termin zunehmend gelangweilter. Was sich im Resultat dann leider auf meine Trainingsfrequenz ausübt. 
Besonders glücklich bin ich (nicht nur aus diesem Grund) über die Bekanntschaft meiner lieben Anna, die mir nicht nur im Hinblick auf Motivation und Fahrtweg unter die Arme gegriffen hat, sondern auch eine gute Freundin geworden ist. Durch das angenehme und lockere Trainingsumfeld sind neue soziale Kontakte quasi schon vorprogrammiert, wenn man möchte versteht sich.

Ich selbst habe mich beim Training definitiv viele Dinge getraut, die ich in anderen Fitnessstudios nicht getan hätte. Als schon damals ziemlich beleibtes Kind habe ich es nie geschafft einen Hoola-Hoop-Reifen um meine Hüften kreisen zu lassen. Da mich das Trainingsumfeld angespornt hat alles schaffen zu können und keiner ein Lachen ü b e r mich verkneifen musste oder schiefe Blicke mich verunsichert hätten habe ich es tatsächlich geschafft über mich hinaus zu wachsen. 

Dieses stolze Gefühl werde ich so schnell nicht vergessen.
Du merkst schon, alles in allem war das Training in diesem Club für mich eine bereichernde Erfahrung!
An dieser Stelle möchte ich es nicht verpassen mich noch einmal bei Steven für die Möglichkeit des Trainings und die nette Beratung zu bedanken. 

Ich hatte zu jeder Zeit das Gefühl geschätzt und gut umsorgt zu werden, denn auf jede trainierende Frau mit ihren doch so unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen und Anforderungen hat sich das Team eingestellt. DANKE!
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  1. Mir erging es damals wie dir, mir wurde zu langweilig. Das Konzept hinter Mrs Sporty finde ich echt klasse aber wenn man Abwechslung mag, wird es schnell öde. Auch der Preis spricht nicht gerade für das Studio. Somit habe ich mich am Ende abgemeldet und halte nun ausschau nach einem größeren Studio, mit mehr Geräten. Ich wünsche dir viel Erfolg, dass du deine Ziele erreichst 🙂 liebste Grüße, Mandy

  2. Hey Mandy, es ist schön von dir zu lesen. Dann ergeht es einigen anderen jüngeren Sportlerinnen ja ähnlich wie mir und meiner Freundin.
    Ich danke dir für deine Worte und die Motivation.

    Wünsche dir alles Gute und würde mich freuen zu lesen wo du nun untergekommen bist =D

    Herzliche Grüße

    Sanny

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